John Perkins - Bekenntnisse eines Economic Hit Man
Weltbild
07.04.2011Haben Sie schon einmal etwas von einem Kredithai gehört. Ein Kredithai bietet seine Hilfe an in Form eines Darlehens und entpuppt sich als Blutsauger, wenn die überhöhten Zinszahlungen nicht geleistet werden können.
Die Spezies der Wirtschaftskiller ist viel seltener, dafür aber zigmal intelligenter und gefährlicher. Der Wirtschaftskiller ist ein Produkt unserer neuen Zeit, in der Kriege gegen andere Länder mehr oder weniger aus der Mode gekommen sind und ersetzt wurden durch den Wirtschaftsimperialismus von Großkonzernen. "Economic Hit Men (Wirtschaftskiller)", erklärt Perkins, "sind hoch bezahlte Profis, die weltweit Länder um Zigmilliarden betrügen. Sie schleusen Weltbank-, Regierungsgelder und 'Entwicklungskredite’ in die Taschen einiger Großkonzerne und reicher Familien, die über die natürlichen Ressourcen verfügen. Zu ihrem Instrumentarium gehören gezinkte Wirtschafts- und Finanzprognosen, Wahlmanipulationen, Schmiergelder, Erpressung, Sex und Morde. Sie treiben ein Spiel, das so alt ist wie Macht und Herrschaft; doch im Zeitalter der Globalisierung hat es eine neue und bedrohliche Dimension angenommen.
John Perkins berichtet von seiner über 10-jährigen Tätigkeit für eine internationale Beratungsfirma. Seine Aufgabe bestand darin, Länder der Dritten Welt zu stark überdimensionierten Infrastrukturmaßnahmen zu bewegen, verbunden mit Großkrediten und Auftragsvergabe an amerikanische Unternehmen. Sobald diese Länder große Schulden angehäuft hatten und sich die Bedienung der Kredite als schwierig erwies, kam die amerikanische Regierung in Verbindung mit Finanzdienstleistern ins Spiel und versuchte, die Wirtschaft der betreffenden Länder in ihrem Sinne zu manipulieren bzw. zu kontrollieren.
