Sonntag 20.05.2012 - 10:07
 

Bio für alle statt Bio-Schmäh der Lebensmittelkonzerne

Gesundheit

17.02.2012
Foto: www.ahau.at

Clemens G. Arvay, Autor von „Der große Bio-Schmäh: Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen“, fordert die öffentliche Relativierung von Werbe- und Marketingaussagen der Lebensmittelkonzerne: „Das ist die Voraussetzung, um überhaupt einen offenen Diskurs zum Thema zu ermöglichen.“ Es braucht zukunftsfähige Strategien und politische Konzepte, kein Bio-Marketing, das die Realität verschleiert.

„Ich fordere Bio für alle“, sagt der Autor. „Aber ohne Schmäh.“

Arvay: „Werbung braucht Schranken. Die Realität muss Diskussionsgrundlage werden.“

„Wie weit darf Bio gehen?“, fragt der Agrarbiologe und Autor. Auf jeden Fall seien die Konzerne in ihrer öffentlichen Inszenierung schon zu weit gegangen. „KonsumentInnen laufen mit Vorstellungen von der Bioproduktion herum, die der Realität diametral entgegen stehen“. Und das habe sich in Gesprächen mit Bio-KäuferInnen immer wieder bestätigt.

Biobäuerin Maria Vogt aus Wolkersdorf bei Wien stimmt dem Autor zu: „Es sind Wunschvorstellungen für KonsumentInnen, die von den Handelsketten und ihren Bio-Marken produziert werden. Das wird von den Lebensmittelketten ausgenutzt. Für die ist das ein gefundenes Fressen“, sagt die politisch engagierte Biobäuerin. Bio-Tierfabriken, konventionelles Hochleistungssaatgut, Biobauernsterben, all das stehe inzwischen auch bei „Bio“ an der Tagesordnung. „Die Philosophie des Biolandbaus läuft Gefahr, dem Profitstreben geopfert zu werden“, fügt Biobauer Franz Vogt hinzu.

Klaus Werner Lobo, Autor von Schwarzbuch Markenfirmen, sieht die Tendenz, KonsumentInnen würden sich „ihr gutes Gewissen bequem im Supermarkt kaufen.“

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Dieser Artikel wurde veröffentlicht von www.ahau.at

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